Fashion und Funktion

Fashion und Funktion für die Gastronomie

Fashion und Funktion für die Gastronomie

 

Untenrum sieht es oft nicht gut aus: In den Küchen und Restaurants ist solides Schuhwerk meist Mangelware. Während einerseits viel Wert auf individuelle Kochjacken und schicke Schürzen gelegt wird, wird an den Füßen immer wieder gespart. Dabei bilden Schuhe die buchstäbliche Grundlage für einen gut gemeisterten Arbeitstag – schließlich sind Köchinnen, Köche oder Servicekräfte 10 bis 12 Stunden am Tag in ihrem Job auf den Beinen, und das auf sehr hartem Boden. Rutschhemmung, solides Fußbett und Passgenauigkeit sorgen für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen. Die Aktion Gesunder Rücken (AGV) e.V. geht noch weiter: „Der Schuh ist das wichtigste Kleidungsstück“.

Dennoch verlangen viele von einem Arbeitsschuh zunächst, dass er nicht viel kosten darf. In der Regel sparen Köche wie auch Servicekräfte genau an diesem Punkt. „Kein Problem“, meint dazu Reiner Prühs von workers friend. „Gute Qualität zahlt sich immer aus – für den Mitarbeiter wie den Arbeitgeber.“ Er verweist auf Erfahrungen aus dem Bereich Housekeeping des Hamburger Fünf-Sterne-Hotels Grand Elysée: Durch das Tragen von geeigneten Arbeitsschuhen mit rutschhemmender Sohle sind die unfallbedingten Ausfallzeiten auf Null zurückgegangen. Positive Rückwirkungen auf die Rückengesundheit sind ein willkommener Zusatzeffekt.

Sehr gute zertifizierte Arbeitsschuhe gibt es bereits um die 50 Euro, ein Arbeitsunfall schlägt schon mal mit mehreren tausend Euro zu Buche.“ Selbst wenn der Mitarbeiter Schusters Rappen selbst bezahlt, spart er mittelfristig bares Geld. Denn zertifizierte Arbeitsschuhe halten deutlich länger als Billigware aus dem Standard-Schuhregal: Kochschuhe mit Zehenkappe, atmungsaktivem Innenfutter, verstärktem Fersenbereich und stoßabsorbierender Laufsohle sind schon unter 40 Euro zu haben. Da ist dann auch ein zweites Paar zum Wechseln drin.

Auch mit einem anderen Vorurteil räumen die Schuhkollektionen für den Beruf gründlich auf: Fashion und Funktionalität müssen sich nicht ausschließen. Produzenten wie die spanische Marke Dian bieten für den Service sogar bequeme Ballarinas aus Nappaleder mit Leder-Innenfutter an, für den modisch mutigen Koch gibt es sogar ein Modell in den Farben blau, rot, orange und rosa!. Ein cooles Outfit mag motivieren, wenn es am Pass heiß hergeht. Es ist aber auch für das sich ändernde Berufsbild des Kochs ein brandaktuelles Thema. „Köche werden immer mehr zu Verkäufern“, weiß Andreas Becker, Präsident des Verbands der Köche Deutschlands VKD. „Sie sind heute häufig direkt am Gast – sei es im Restaurant oder auch beim Live-Cooking im Bankett-Bereich“. Und da sprechen nicht nur ästhetische und hygienische Gründe für eine gepflegte Kleidung von Kopf bis Fuß. „Schließlich“, so Andreas Becker, „tragen wir die schönste Uniform der Welt. Und dieser Anspruch verpflichtet!“